Stimmsitz

•Stellen Sie sich bitte vor, daß Ihre Stimme in und noch vor Ihrem Gesicht („Maske“), an der Nasenwurzel, in den Backenknochen, vor dem Munde sitzt und dort klingt und nach außen abstrahlt. Je größer ein Raum ist, desto mehr müssen Sie sich Ihre Stimme bereits VOR Ihrem Gesicht, also außerhalb des Körpers denken!

•Auch die Vorstellung, daß vor und außerhalb von Ihnen jemand anderer für Sie spricht, kann Ihnen helfen, ebenso die Vorstellung eines leichten Schnupfens oder die eines Bienenschwarms oder einer großen Hummel, die Ihnen vor dem Gesicht herumfliegen und dort brummen.

•Sprechen Sie also bitte IMMER „VORNE“!!! Vergessen Sie, daß Sie jemals einen Hals oder eine Kehle gehabt haben. Damit Sie Ihre Stimme „vorne“ ansetzen können, dürfen Sie sie nämlich nicht mit dem Hals, der Zunge oder durch Zusammenbeißen der Zähne „absperren“.

•Wenn Sie die Tendenz haben, die Vokale „a“, „e“ und „i“ hart, flach und kehlig bzw. mit starkem Glottisschlag zu sprechen, was unschön klingt und die Stimme sehr ermüden kann, so bemühen Sie sich bitte um „vorderen“ Ansatz dieser Vokale. Sprechen Sie sie bitte mit weiterer Mundöffnung, dunklerer Farbe und mit mehr Resonanz. Die Spannung, die Sie bisher im Hals gefühlt haben, darf ausschließlich in der „Maske“ liegen. Kennzeichen des guten Sprechens ist auch hier das Wegfallen jeglicher Anstrengung in Hals und Kehle.

•Mit dem sogenannten Näseln oder durch die Nase Sprechen hat der Stimmsitz in der „Maske“ übrigens nichts zu tun – im Zweifelsfall halten Sie sich beim Sprechen die Nase kurz zu: wenn Sie nun das Meckern eines Ziegenbocks oder Kaiser Franz Joseph persönlich zu hören vermeinen, dann klingt Ihre Stimme zu nasal. In diesem Fall suchen Sie bitte einen höheren Anschlagspunkt (Nasenwurzel) und verstärken die Vorstellung des Schnupfengefühls.

•DAS ZUSAMMENWIRKEN VON „STÜTZE“, „MASKE“ (vorderem Stimmsitz) UND DEUTLICHKEIT IST DIE GRUNDLAGE DER SPRECHTECHNIK UND DES GUTEN SPRECHENS!

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