Deutlichkeit / Artikulation

•Obwohl Sie natürlich nicht jedes Wort, sondern nur die wichtigen, „neuen“ Wörter eines Satzes betonen, sollte doch JEDER LAUT Ihrer Sprache deutlich sein – NICHTS DARF „VERSCHLUCKT“ WERDEN!!!

•Ausnahmen bilden nur das „e“ in bestimmten Endsilben und bestimmte End-„r“, die zwar geschrieben, aber nicht mehr gesprochen werden. Ebenfalls nicht gesprochen wird das stumme „h“ (gehen, ziehen). Ihr Sprechtrainer wird Sie bei der Wahl der für Ihren Anwendungsbereich idealen Deutsch-Lautung (Hochlautung, österreichisches Deutsch, Umgangssprache usw.) beraten und klären, welche Laute Sie „unter den Tisch fallen“ lassen sollten.

•Wichtig ist, daß sowohl runde, klingende, plastische, eher dunkel gefärbte Vokale als auch deutliche, präzise Konsonanten gesprochen werden. Jedes Ungleichgewicht zwischen Vokalen und Konsonanten (Nuscheln resp. „überdeutlich“ sprechen) kann sehr leicht lächerlich wirken!

•Eine lockere, unverkrampfte Einstellung von Hals- und Zungenmuskulatur und Unterkiefer sowie ein lockeres Öffnen des Mundes (auch „innen“!) sind für die Bildung gut klingender Vokale und Konsonanten unerläßlich.

•Der weitaus größere Teil der Menschen, die wegen Sprech- und Stimmproblemen einen Trainer konsultieren, macht beim Sprechen den Mund nicht weit genug auf! Wenn es auch unmöglich und sinnlos ist, diesen aufzureißen wie ein Krokodil, so muß er doch für JEDEN Vokal, der artikuliert wird, eigens entsprechend geöffnet werden: am weitesten für ein „a“, am wenigsten für ein „i“. Orientierungswert ist zum mindesten jene Öffnung, die sich bei völligem Lockern der Kiefermuskeln einstellt. Beim klassischen Gesang oder beim Sprechen in großen Räumen muß entsprechend mehr geöffnet werden!

•Eine häufig gestellte Frage betrifft die Aussprache des „r“. Keine Sorge: Sie können es im Deutschen sowohl vorne (Zungenspitzen-„r“, wie im Italienischen oder Spanischen) als auch hinten (Zäpfchen-„r“, wie im Norddeutschen oder im Französischen) aussprechen und sogar beide Varianten nebeneinander verwenden. Aus stimmbildnerischer Sicht ist dem Zungenspitzen-„r“ der Vorzug zu geben, da es die Stimme nicht „absperrt“. Am Wort- oder Silbenende wird das „r“ in vielen Fällen gar nicht mehr gesprochen (Vater, erklären) – siehe oben!

•“p“, „t“ und „k“ können im Deutschen und Englischen kräftig und behaucht ausgesprochen werden. (Die Behauchung ist in vielen anderen Sprachen, z.B. den romanischen und slawischen, nicht anzuwenden.) Beachten Sie bitte, daß im Deutschen durch Auslautverhärtung am Wort- und Silbenende die Buchstaben „b“, „d“ und „g“ (außer bei „-ng“) stets hart, also wie „p“, „t“ und „k“ ausgesprochen werden: „Tag“ klingt daher wie „Tak“, „abstellen“ wie „apstellen“, „Rad“ wie „Rat“. („Amtsrad“ und „Amtsrat“ sind in der Aussprache also nur durch die Betonung zu unterscheiden; aber: „des Tages“, „des Rades“ usw.)

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